EDGE
Bei der Weiterentwicklung von Mobilfunknetzen sind derzeit zwei Trends beobachtbar: Ein Trend ist die Entwicklung neuer leistungsfähiger Netze, der andere die Investition in bestehende Netze. „Edge Evolution“ ist ein Resultat der Investition in die vorhandenen GSM-Netze. Der Begriff bezeichnet Weiterentwicklungen der bestehenden Edge-Technologie, die die Übertragungsrate von Daten erhöhen, indem sie Latenzen verringern, auf andere Modulationsverfahren setzen und zwei Trägersignale verwenden. Dadurch können Nutzer des GSM-Netzes auch 3G-Anwendungen wie zum Beispiel Videoübertragungen problemlos ansehen.
Nokia Siemens Networks zählte zu den ersten Netzausstattern, die eine Software für Edge Evolution entwickelten. Seit Ende 2008 können Netzbetreiber das Software-Upgrade „Dual Carrier Edge“ über den deutsch-finnischen Konzern beziehen. Dual Carrier Edge erlaubt einen Datentransfer mit Geschwindigkeiten von maximal 592 Kilobit pro Sekunde im Downlink. Damit wird das Netz fast drei mal schneller als mit der einfachen Edge-Technologie. Nokia Siemens Networks will nach eigenen Angaben die Kapazitäten des Edge-Netzes weiter verbessern bis mit Edge Evolution Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1,2 Megabit pro Sekunde möglich sind und das GSM-Mobilfunknetz dem Breitband Konkurrenz machen kann. Das gleiche Ziel verfolgt auch der Telekommunikationskonzern Ericsson, der im November 2009 bekannt gab, mit seinem neuen Softwareupdate „EDGE Evolution“ maximale Datenübertragungsraten von bis zu ein Megabit pro Sekunde im Downlink erzielen zu können. In deutschen Medien, wird der neue Upgrade von Ericsson auch „Evolved Edge“ genannt, um es von Nokia Siemens Networks „Dual Carrier Edge“ zu unterscheiden, das ebenfalls oft als „Edge Evolution“ bezeichnet wird. Die Version von Ericsson wird derzeit in europäischen und asiatischen Netzen getestet. Sie soll mobile Breitbanddienste auch in Ländern ermöglichen, in denen noch gar keine 3G-Lizenzen vergeben wurden. Aber auch in europäischen Ländern sind Verbesserungen der Edge-Netze, auf die besondern in ländlichen Regionen immer wieder zurückgegriffen wird, eine willkommene Innovation. Während das Einspielen der neuen Technologie auf die Träger des bestehenden Netzes offenbar einfach zu bewerkstelligen ist, fehlt es allerdings noch an Edge Evolution-fähigen Endgeräten für die Verbraucher. Nach den beiden europäischen Netzausstattern hat zuletzt der chinesische Mobilfunkausstatter Huawei verkündet, mit seiner Version von Edge Evolution Edge+ durchschnittliche Datenübertragungsraten von bis zu 564 Kilobit pro Sekunde realisieren zu können.