EDGE Geschwindigkeit
2003 begannen viele Netzbetreiber, ihre bestehenden GSM-Netze durch EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) aufzubessern. Edge ist im Prinzip ein Softwareupgrade, das ein verbessertes Modulationsverfahren verwendet. Die übertragbare Datenmenge pro Kanal wird dadurch erhöht. Durch die Bündelung mehrerer GSM-Kanäle können theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 473 Kilobits pro Sekunde erreicht werden. Dass diese nicht tatsächlich erreicht werden, hängt auch mit der Ausstattung der EDGE-fähigen Endgeräte zusammen. Diese ermöglichen in der Regel nur eine maximale Datenübertragungsrate von 220 Kilobit pro Sekunde im Download und 110 Kilobit pro Sekunde im Upload. In Deutschland war das Interesse an EDGE zunächst gering, da man auf die baldige Verteilung von UMTS-Lizenzen wartete. Während zum Beispiel in Italien, Österreich oder in der Schweiz große Netzbetreiber ihre Netze bereits komplett mit EDGE aufgerüstet hatten, begann in Deutschland mit T-mobile erst 2006 der erste Netzbetreiber mit der Umstellung. Heute greifen alle vier Netzbetreiber zumindest in den ländlichen Regionen auf EDGE zurück. Die schnellsten Geschwindigkeiten erreicht hierbei T-mobile, das 2008 begann, die EDGE-Datenübertragung in seinem Netz zu verbessern. Dank dieser Investition können Kunden von T-mobile im EDGE-Netz eine Datenübertragungsrate von bis zu 260 Kilobit pro Sekunde nutzen. Bei den anderen Netzbetreibern werden in Deutschland in der Regel maximal 200 Kilobit im Download und 100 Kilobit pro Sekunde im Upload erreicht. Seit 2008 überbieten sich die großen Netzausstatter mit Meldungen über eine neue Generation der Edge-Technologie mit dem Namen „EDGE Evolution“. Dieses neue Software-Upgrade verringert die Latenzen, verwendet verbesserte Modulationsverfahren und setzt auf zwei Trägersignale. Auf diese Weise können deutlich schnellere Übertragungsraten erreicht werden. Nokia Siemens Networks spricht bei seiner EDGE Evolution „Dual Carrier EDGE“ von maximal möglichen Geschwindigkeiten von bis zu 592 Kilobits pro Sekunde im Downlink. Die Konkurrenz von Ericsson behauptet mit „EDGE Evolution“ beziehungsweise „Evolved EDGE“ Download-Geschwindigkeiten von bis zu einem Megabit pro Sekunde möglich machen zu können. Der chinesische Konzern Huawei vermeldete, in einem Test mit seinem Software-Upgrade EDGE+ durchschnittliche Datenübertragungsraten von 564 Kilobits pro Sekunde erzielt zu haben. Bisher hält sich das Interesse der Netzbetreiber an den Upgrade-Möglichkeiten jedoch noch in Grenzen, da noch keine Endgeräte auf dem Markt sind, die die schnelleren Übertragungsraten mit EDGE Evolution auch umsetzen können.